Mykonos Dreamscape: Rhabarber als Gegengewicht zur Praline
Geplaatst op 12-10-2026
Categorie: Lifestyle
Süße Düfte scheitern meist an derselben Stelle: Die Süße kommt zu früh und bleibt dann unverändert stehen. Dreamscape löst das über eine Zutat, die man in dieser Kategorie selten findet.
Der Auftakt
Mango, italienische Zitrone und Rhabarber eröffnen. Rhabarber ist hier der entscheidende Griff: Er ist sauer, grün und leicht stängelig, fast krautig. Neben der saftigen Mango wirkt er wie ein Spritzer Säure in einer zu süßen Speise. Ohne ihn wäre der Einstieg schlicht fruchtig; mit ihm wird er interessant.
Ein Herz mit vielen Kanten
Veilchen, Ingwer, rosa Pfeffer, Jasmin und eine Praliné-Füllung bilden die Mitte. Das ist eine ungewöhnlich dichte Konstruktion. Rosa Pfeffer und Ingwer bringen Schärfe, Veilchen steuert eine puderige Bitterkeit bei, und erst dahinter sitzt die Praline. Die Süße ist also von drei Seiten eingerahmt statt freigestellt.
Jasmin sorgt für die Verbindung. Er ist üppig genug, um die Gewürze mit der Süße zu verbinden, ohne selbst als Blume in den Vordergrund zu treten.
Die Basis
Amber, Zedernholz, Tonkabohne und Moos schließen ab. Moos ist der bemerkenswerte Teil — feucht, erdig, leicht bitter — und zieht den Ausklang in eine trockenere Richtung, als man nach dem Herzen erwarten würde. Tonkabohne fängt die Praline wieder auf, Zeder gibt Struktur, Amber Länge.
Das Ergebnis ist ein Duft, der über den Tag deutlich trockener wird. Wer Mykonos Dreamscape nach zwanzig Minuten beurteilt, beurteilt einen anderen Duft als den, mit dem er abends nach Hause geht. Der direkte Vergleich mit Mykonos Inception zeigt, wie unterschiedlich dasselbe Haus Gewürze einsetzen kann.